Mosibuebä

Mosibuebä

Die „Mosibuebä“ aus Ingenbohl traten 38 Jahren öffentlich auf. Sie haben einen eigenen Stil der Innerschweizer Schwyzerörgelimusik entwickelt. Bis Ende der 90er Jahre traten die drei Brüder Alois (Schwyzerörgeli), Paul (Schwyzerörgeli) und Daniel (Kontrabass) als Trio auf. Weil Daniel beruflich sehr engagiert ist, trat Philipp Schuler an seine Stelle und mit Daniel Gwerder wurde das Trio zum Örgeliquartett erweitert. Anfangs 2014 mussten sie ihren Rücktritt bekannt geben, da Mosi Pauli schwer erkrankte.

Der Name dieser Formation stammt vom Elternhaus der drei Brüder, das den Übernamen „Mosi“ trägt. „Idr Schuel und au susch hend üs all eifach z’Mosis gseid und so isch der Namä entstande….“ erzählte Paul in einem Interview bei Radio Schwyz. Eine starke Verbundenheit dieser Formation besteht zum Schwingsport. Alois und Paul waren beide Kranzschwinger des Mythenverbandes und Pauls Sohn Andreas ist heute aktiver Schwinger. Weiter befassen sich die Innerschweizer mit dem „Greiflet“ und sind seit vielen Jahren Mitglieder der „Greiflervereinigung Ingenbohl-Brunnen“.

Das Repertoire der „Mosis“ besteht aus den von Martin Nauer überlieferten Tänzen von Balz Schmidig, Ernst Inglin und Franz-Anton Inderbitzin (Gygler Louis). Weiter werden sehr viele Stücke von Josef Stump interpretiert. Zusätzlich werden auch Tänze von Josef Zgraggen (Teuftaler) vorgetragen, der in den 20er und 30er Jahren vor allem im Kanton Uri als einer der besten Schwyzerörgeler galt. Er musizierte mit Kasimir Geisser, Xaver Grossholz, Alois Dittli und anderen. Als Abwechslung sind auch Stücke unter anderem von Kasimir Geisser, Rees Gwerder, Ernst Grossenbacher, sowie viele Eigenkompositionen zu hören. Diese Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen führt dazu, dass die „Mosi“-Musik auch heute noch unverkennbar ist.
Eine starke Verbindung bestand auch zum Schwyzerörgeliquartett Schmidbuebe. „Sie hend öpis nüüs brunge, wie mier au. Vilicht hed üs das drum so zuegseid was d Schmidbuebe bracht hend“, erklärt Paul weiter bei einer Radiosendung. Die Schmidbuebe haben bekanntlich den „neuen“ Berner Örgelistil geprägt. Res, Kurt und Gody Schmid haben den „Mosibuebä“ durch ihre Freundschaft auch je eine Eigenkomposition gewidmet.

Alois Lüönd
„Wysel“ wurde am 16. August 1951 geboren und verbrachte seine Kindheit in Ingenbohl. Mit 16 Jahren griff er erstmals zum Schwyzerörgeli. Um 1968 durfte er bei Bernhardin Schmidig (Lunnis Bänl) einige Tänze lernen. Einige Male konnte er mit ihm sonntags auf den Pragel um „Bänl“ auf dem Schwyzerörgeli zu begleiten. Bei Martin Nauer sen. lernte er die Stücke von Josef Stump und Balz Schmidig. Daraufhin spielte Alois in den 70er und 80er Jahren mit Nauer auf. Daraus sind 1979 auch Schallplattenaufnahmen entstanden. Nachdem Paul sich auch dem Schwyzerörgelispiel zugewandt hatte, musizierten die zwei Brüder bis 1976 als Schwyzerörgeliduo Lüönd. Alois interpretiert wie kaum ein zweiter die Tänze von Josef Stump und er ist einer der bekanntesten Interpreten der Stump – Schmidig Musik. Weiter hat er einige anspruchsvolle Tänze selbst komponiert. Dadurch wurde er zum Vorbild für junge Musikanten, die sich für diese alte Musik interessieren. Er arbeitet als Elektromonteur und lebt mit seiner Familie in Unterschönenbuch in einem über 600-jährigen Holzhaus, das früher Franz Betschart (Güchler), einem der damals stärksten Schwyzer, gehört hatte.

Paul Lüönd
Sein Markenzeichen war die Tabakpfeiffe, die er beim Musizieren praktisch immer rauchte. Er kam am 15. April 1950 zur Welt. Nachdem sein Bruder schon mit dem „Orgälä“ begonnen hatte, fing „Pauli“ etwa 1968 an, dieses Instrument zu lernen. In den 70er Jahren trat er oft an der Seite von Rees Gwerder auf. Somit lernte er auch dessen Stücke, die er in das Repertoire der „Mosibuebä“ einbrachte. Eine grosse Bewunderung hatte er, wie oben schon erwähnt, für die Schmidbuebe. Wenn man einige seiner Eigenkompositionen anhört, kann man eine deutliche Änlichkeit zum Stil von Gody Schmid erkennen. Bis zur Gründung der „Mosibuebä“ spielte Paul mit Alois als Duo. Seit ca. 1983 war er Mitglied der „Retomons & Waschi GmbH“. „Pautsch“ trat an die Stelle des zu früh verstorbenen Josef Inderbitzin „Hucky Seebi“. Diese Gruppe verbindet Ländlermusik mit Blues und Country und hat dadurch einen eigenen Stil geschaffen. Auch mit der „Zündhölzli-Musig“ aus Brunnen trat er auf. „Pauli“ arbeitete seit 1972 als Maschinist bei einer Baufirma in Schwyz und lebte mit seiner Familie in Ingenbohl. Am 3. April 2014 ist Pauli nach schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen.

Daniel Lüönd
Der jüngste „Mosi“-Bruder erblickte am 2. September 1959 das Licht der Welt. Er lernte bei der Firma Marti in Brunnen den Beruf des Zimmermannes. Seit vielen Jahren führt er mit seiner Familie das Gasthaus Balmberg auf dem Stoos. Dieses Lokal wurde zu einem Musikantentreffpunkt, wo jährlich diverse Anlässe stattfinden. Mit ca. 15 Jahren lernte er bei Alfons Bösch Kontrabass. Daniel musste aber nur einige wenige Lektionen besuchen, bis er die Kniffe dieses Instrumentes verstanden hatte. Er bildete sich im Selbststudium weiter und brachte es durch sein sehr gutes Musikgehör zu einer einzigartigen Fertigkeit und Spielart des Kontrabasses. Durch seine Ideenvielfalt brachte er einen neuen Stil des Basspiels in die Ländlerszene. Seine Läufe und Verzierungen sind aus der „Mosi“-Musik nicht mehr weg zu denken. Neben Turi Schellenberg und Markus Marti der damaligen „Hausmusik Marti Jegensdorf“, war er wohl einer der ersten, der frischen Wind in das Bassspiel der Ländlermusik brachte. Weiter hat er ein grosses Können auf dem Schwyzerörgeli, wovon seine sehr anspruchsvollen Kompositionen zeugen. Nachdem Daniel das Bassspiel gelernt hatte, wurden 1976 die „Mosibuebä“ gegründet. Nebenbei half er bei vielen diversen Formationen aus. Durch seinen Beruf als Wirt, muss er seine Tätigkeit als Musiker stark einschränken. Heute tritt er hauptsächlich in seinem Gasthaus mit den „Mosibuebä“ und anderen auf. Sein Sohn David hat sich auch dem Schwyzerörgeli zugewandt und spielt bei den „Balmbergörgeler“ oder mit Kollegen. Wenn es die Zeit zulässt, hilft Daniel gerne als Zimmermann bei einem Bau oder Umbau eines Hauses mit.

Philipp Schuler
Da Daniel die meisten Auftritte des Schwyzerörgeliquartetts nicht mehr bestreiten kann, wurde Philipp Schuler als Bassist beigezogen. Seine musikalische Ausbildung absolvierte Philipp im Jugendorchester Schwyz. Nachdem er zuerst als Automechaniker gearbeitet hatte, führt er heute eine eigene Fahrschule und wohnt mit seiner Familie in Unterschönenbuch. Schuler musizierte vorher mit Formationen wie „Handorgelduett Schuler-Laimbacher“, „Schwyzerörgeliquartett Ramenegg“, „Schwyzerörgeliquartett Urmiberg“, „Schwyzerörgeliduo Iten-Grab“, „Schwyzerörgeliquartett Fronalp“ u.a. Philipp ist Mitorganisator des Ländlertreffens in Brunnen, das seit ein paar Jahren wieder alle zwei Jahre stattfindet und ehemals von dem Akkordeonisten Albert Lüönd, ein Onkel der „Mosis“, ins Leben gerufen wurde. Nebenbei ist Philipp Schuler Mitglied bei der „Zündhölzlimusig“ Brunnen.

Daniel Gwerder
Sein Grossvater hat schon „g’orgeled“ und hatte dies Daniels Vater Hans vererbt. Daniel Gwerder ist in Arth aufgewachsen, wo er heute noch lebt. Hans begleitete Martin Nauer sen. oft auf dem Schwyzerörgeli und ist durch das „Schwyzerörgeliduo Schmidig-Gwerder“ an der Seite von Seebi Schmidig bekannt geworden. Daniel spielte in dieser Formation, wie auch bei Gruppen wie: „Schwyzerörgeliquartett Ramenegg“, „Gwerder-Holdener“ u.a. Mit Rolf Marti, Erwin Schälin und Irene Kenel gründete er das „Ländlerquartett Adlergruess“, das auch heute noch in anderer Besetzung besteht. Weiter war er Mitglied beim Schwyzerörgeliquartett Fronalp, wo Daniel und Othmar Schmidig mitwirkten. Seit Ende der 90er Jahre spielt der Postangestellte Gwerder bei den „Mosibuebä“. Er verfügt über ein grosses Können auf dem Schwyzerörgeli und bereichert mit Eigenkompositionen und Tänzen von Kasimir Geisser, Ernst Grossenbacher, Hans Gwerder u.a. das Spielgut der Formation aus Ingenbohl. Hin und wieder musiziert er mit Hausi Zürcher, Thomas Scherrer, Iwan Meier, Thomas Kenel, bei den „Balmbergörgeler“ und anderen. Daneben beschäftigt er sich mit dem Modellbau, Skifahren und dem Motorsport.

Die „Mosibuebä“ haben sich in der Örgeliszene einen eigenen Namen geschaffen. Wer gerne „Musig nach altväterischer Manier“ hört, kommt an Ihnen nicht vorbei.

Weitere Informationen sind auf www.mosibuebä.ch zu finden.

 

Zum lose & luege:

Muotathaler-Gäuerler, Josef Stump
Der kleine Andreas, Paul Lüönd
Mondfahrt auf dem Urnersee, Josef Zgraggen
SF Signet, Mosi Wisel